Kurswechsel – BEIGEWUM

Kategorie: Kurswechsel


Veranstaltung 5.10. im Republikanischen Club – „Wien: ein Modell im Zukunftstest“

28. September 2020 – 9:17 Uhr

Das Kurs­wech­sel Heft 4/​2019 ana­ly­siert aktu­el­le Trends der Wie­ner Stadt­ent­wick­lung und dis­ku­tiert, inwie­fern die Stadt (wei­ter­hin) Refe­renz alter­na­ti­ver Kom­mu­nal­po­li­tik ist. Galt Wien mit sei­nem gro­ßen öffent­li­chen Sek­tor vor 20 Jah­ren als Aus­lauf­mo­dell, so erfährt es in den letz­ten Jah­ren ver­mehrt Zuspruch und gilt man­chen sogar als Modell für eine „Stadt für alle“, deren Fun­da­ment ihre städ­ti­schen Infra­struk­tu­ren sind. Ange­sichts von Kli­ma­kri­se, Digi­ta­li­sie­rung und Ero­si­on des sozia­len Zusam­men­halts ste­hen die­se Infra­struk­tu­ren des All­tags­le­bens vor neu­en Her­aus­for­de­run­gen. Die ein­zel­nen Bei­trä­ge unter­su­chen kri­tisch, wie sich Wien unter die­sen geän­der­ten Rah­men­be­din­gun­gen wei­ter­ent­wi­ckelt: Wie ist etwa die aktu­el­le Wie­ner Woh­nungs­po­li­tik zu bewer­ten? Inwie­fern kön­nen inter­na­tio­na­le Erfah­run­gen für eine Öff­nung der städ­ti­schen Gover­nan­ce genutzt wer­den? Wel­che Rol­le kommt dabei inter­me­diä­ren Orga­ni­sa­tio­nen wie z.B. Wohn­bau­ge­nos­sen­schaf­ten zu und wie steht es um Par­ti­zi­pa­ti­on in der Stadt­pla­nung? Schließ­lich bringt eine eman­zi­pa­to­ri­sche Stadt­po­li­tik auch die Fra­ge nach alter­na­ti­ven Metri­ken zur Wohl­stands­mes­sung mit sich.

Das Heft ver­bin­det Ana­ly­se mit poli­ti­scher Ein­schät­zung zu zukunfts­fä­hi­ger Stadt­ent­wick­lung. Zwei Vor­schlä­ge wer­den im Zen­trum der Dis­kus­si­ons­ver­an­stal­tung ste­hen: Zum einen die Bedeu­tung sozi­al­öko­lo­gi­scher Infra­struk­tu­ren für eine zukunfts­fä­hi­ge Stadt­ent­wick­lung – hier­bei mit einem Fokus auf Woh­nen und Wohn­um­feld. Zum ande­ren ein bewoh­ner­zen­trier­tes Kon­zept von Stadt­bür­ger­schaft, das sozio­öko­no­mi­sche Teil­ha­be durch eine gesi­cher­te Grund­ver­sor­gung ermög­li­chen soll.

 

Es dis­ku­tie­ren: Mar­ga­ret Hade­rer (WU Wien), Jus­tin Kadi (TU Wien) und Andre­as Novy (WU Wien), Mode­ra­ti­on Vanes­sa Redak (BEIGEWUM)

WICHTIGaktu­ell kann nur eine beschränk­te Anzahl an Per­so­nen anwe­send sein. Wer teil­neh­men möch­te, kann sich unter  office@repclub.at anmel­den. Die Ver­an­stal­tung wird außer­dem auf­ge­zeich­net und spä­ter auf You­tube ver­füg­bar sein.

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Climate Change and beyond – der neue Kurswechsel ist da!

28. Mai 2020 – 20:08 Uhr

Der neue Kurs­wech­sel ist da – es geht um „Cli­ma­te Chan­ge and Beyond“!

Bir­git Mahn­kopf schreibt über Kipp­punk­te im Kapi­ta­lis­mus, Josef Baum über die Kli­ma­po­li­tik Chi­nas, Hal­li­ki Kiki über die „Just Tran­si­ti­on“ und Chris­ti­an Ber­ger und San­dra Matz­in­ger über Ener­gie­ar­mut – um nur einen Aus­schnitt zu zeigen.

Das Debat­ten­fo­rum beschäf­tigt sich die­ses mal mit Pro­tes­ten und Regime­wech­sel in Lateinamerika.

Das kom­plet­te Debat­ten­fo­rum, das voll­stän­di­ge Inhalts­ver­zeich­nis, sowie das Edi­to­ri­al kön­nen Sie hier als PDF lesen.

Bestel­lun­gen des Hefts sind hier möglich

 

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Kurswechsel: Wien – ein Modell im Zukunftstest

18. Mai 2020 – 16:21 Uhr

100 Jah­re nach dem Beginn des „Roten Wien“ wid­met sich das Heft 4/​2019 dem „Wie­ner Modell“. Anschlie­ßend an das vor 20 Jah­re erschie­ne­ne Heft 2/​1999, das alter­na­ti­ve Kom­mu­nal­po­li­tik in den Blick nahm, ana­ly­siert es Wiens Stadt­ent­wick­lung und –poli­tik und unter­zieht Wien einem Zukunfts­test unter geän­der­ten Bedin­gun­gen. Galt Wien mit sei­nem gro­ßen öffent­li­chen Sek­tor vor 20 Jah­ren als Aus­lauf­mo­dell, so erfährt es in den letz­ten Jah­ren ver­mehrt Zuspruch und gilt man­chen sogar als Modell für eine „Stadt für alle“, deren Fun­da­ment ihre städ­ti­schen Infra­struk­tu­ren sind. Ange­sichts von Kli­ma­kri­se, Digi­ta­li­sie­rung und Ero­si­on des sozia­len Zusam­men­halts ste­hen die­se Infra­struk­tu­ren des All­tags­le­bens vor neu­en Her­aus­for­de­run­gen. Die ein­zel­nen Bei­trä­ge unter­su­chen kri­tisch, wie sich Wien unter die­sen geän­der­ten Rah­men­be­din­gun­gen wei­ter­ent­wi­ckelt: Wie ist etwa die aktu­el­le Wie­ner Woh­nungs­po­li­tik zu bewer­ten? Inwie­fern kön­nen inter­na­tio­na­le Erfah­run­gen für eine Öff­nung der städ­ti­schen Gover­nan­ce genutzt wer­den? Wel­che Rol­le kommt dabei inter­me­diä­ren Orga­ni­sa­tio­nen wie z.B. Wohn­bau­ge­nos­sen­schaf­ten zu und wie steht es um Par­ti­zi­pa­ti­on in der Stadt­pla­nung? Schließ­lich bringt eine eman­zi­pa­to­ri­sche Stadt­po­li­tik auch die Fra­ge nach alter­na­ti­ven Metri­ken zur Wohl­stands­mes­sung mit sich. Das Heft endet mit Vor­schlä­gen zukunfts­fä­hi­ger Stadt­po­li­tik, basie­rend auf sozi­al­öko­lo­gi­schen Infra­struk­tu­ren und einem bewoh­ner­zen­trier­ten Kon­zept von Stadtbürgerschaft.

Der Debat­ten­fo­rum dis­ku­tiert unter dem Titel „CO2-Steu­er – sinn­vol­le Maß­nah­me oder unfai­re Belas­tung?“ die Sinn­haf­tig­keit einer CO2-Besteue­rung. Domi­nik Bern­ho­fer argu­men­tiert für selek­ti­ve Beprei­sungs­maß­nah­men, um nega­ti­ve Ver­tei­lungs­wir­kun­gen zu ver­mei­den. Dem­ge­gen­über stel­len Ange­la Köppl, Ste­fan Schlei­cher und Mar­git Schrat­zen­stal­ler ein vor, das uner­wünsch­te Ver­tei­lungs­wir­kun­gen abfängt und posi­ti­ve Anrei­ze für struk­tu­rel­le Ände­run­gen setzt.

Das kom­plet­te Debat­ten­fo­rum, das voll­stän­di­ge Inhalts­ver­zeich­nis, sowie das Edi­to­ri­al kön­nen Sie hier als PDF lesen.

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Das Kurswechsel – Jahresprogramm 2020 ist da!

18. April 2020 – 17:59 Uhr

Das Kurs­wech­sel Pro­gramm für 2020 ist da!

Die The­men in die­sem Jahr sind „Kli­ma­kri­se & bey­ond“, „Ost­öff­nung und West­in­te­gra­ti­on“,  „Zen­sur – zwi­schen anti­he­ge­mo­nia­len Kämp­fen und Selbst­kon­trol­le“ und „Umkämpf­te Indus­trie­po­li­tik – Zwi­schen Geo­po­li­tik und Grü­ner Wende“

Die Hef­te kön­nen wie immer hier hier bestellt wer­den. Ein Abo kos­tet €29 bzw. für Stu­die­ren­de €18.  Außer­dem sind Kurs­wech­sel, die älter als zwei Jah­re alt sind, immer als PDF frei zum Down­load auf der Web­site hier zu finden.

Der gan­ze Fly­er ist hier als PDF zu fin­den: KW 2020_​Flyer

 

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Der neue Kurswechsel ist da: Neue Autoritarismen

24. September 2019 – 8:53 Uhr

Die jüngs­te Num­mer des Kurs­wech­sels setzt sich mit „neu­en Auto­ri­ta­ris­men“ aus­ein­an­der. Neu ist an den Auto­ri­ta­ris­men, dass sie ein par­la­men­ta­ri­sches Mehr­par­tei­en­sys­tem akzep­tie­ren. Aller­dings wird der demo­kra­ti­sche Cha­rak­ter eines sol­chen Sys­tems auf unter­schied­li­chen Wegen aus­ge­höhlt. Die Aus­ga­be setzt sich mit ver­schie­de­nen Vari­an­ten der moder­nen Auto­ri­ta­ris­men aus­ein­an­der und ana­ly­siert meh­re­re Fallbeispiele.

Das Debat­ten­fo­rum beschäf­tigt sich dies­mal mit dem The­ma tech­no­lo­gi­scher Wan­del in der Arbeits­welt: Tobi­as Ori­sch­nig spannt den Bogen vom aktu­el­len BEI­GEWUM-Buch „Umkämpf­te Tech­no­lo­gien – Arbeit im digi­ta­len Wan­del“ und sei­ner Ent­ste­hungs­ge­schich­te hin zu Bei­trä­gen von Sepp Zucker­stät­ter „Wer bewegt die Welt? Polit­öko­no­mi­sches zur Zukunft der Arbeit“ und Chris­ti­an Reiner/​Wolfgang Polt/​Christian Bel­lak „Inno­va­ti­on: Akteu­re, Pro­zes­se und Widersprüche“.

 

Das kom­plet­te Debat­ten­fo­rum, das voll­stän­di­ge Inhalts­ver­zeich­nis, sowie das Edi­to­ri­al kön­nen Sie hier als PDF lesen.

Bestel­lun­gen des Hef­tes sind hier möglich.

 

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Mindestsicherungsreform: Kritik & Perspektiven

14. April 2019 – 10:48 Uhr

Mon­tag, 29. April | 19:00 | Depot (Brei­te Gas­se 3, 1070 Wien)

Nun scheint es also fix zu sein: Am 1. Juni 2019 soll jenes Geset­zes­werk in Kraft tre­ten, das unter dem Namen „Sozi­al­hil­fe-Grund­satz­ge­setz“ seit Mona­ten für Dis­kus­sio­nen sorgt. Den Bun­des­län­dern wird dann bis Anfang 2020 Zeit blei­ben, dar­auf bezo­ge­ne Aus­füh­rungs­ge­set­ze zu erlas­sen. Ob dar­an auf recht­li­chem Weg noch etwas zu ändern sein wird, ist unklar. Klar hin­ge­gen ist, dass die Reform einen weit­rei­chen­den Umbau des unters­ten sozia­len Net­zes im öster­rei­chi­schen Sozi­al­staat mit sich bringt. Doch was kon­kret kommt da auf uns zu? Und wel­che Per­spek­ti­ven blei­ben einer kri­ti­schen Zivil­ge­sell­schaft zur Ver­tei­di­gung sozia­ler Rechte?

Podi­ums­dis­kus­si­on:

Iris Wol­tran (AK Oberösterreich)
Mar­ti­na Kargl (Armuts­kon­fe­renz)
Ste­fa­nie Stad­lo­ber
(IHS)
Eynas Awad (Platt­form Sicht­bar Werden)

 

Eine Ver­an­stal­tung des BEIGEWUM (www.beigewum.at) und der Kurs­wech­sel-Redak­ti­on (www.kurswechsel.at) u.a. aus Anlass des Erschei­nens von Kurs­wech­sel 1/​2019 mit einem Debat­ten­fo­rum zum The­ma Min­des­ti­sche­rung, wel­ches gra­tis her­un­ter­ge­la­den wer­den kann.

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Neuer Kurswechsel: Neue Weichen für die Weltwirtschaft

23. Januar 2018 – 17:57 Uhr

Neue Wei­chen für die Weltwirtschaft

Gleich ob der Blick in Rich­tung USA, EU, Chi­na, Russ­land oder etwa
Bra­si­li­en geht: Die Zei­chen ste­hen auf tief­grei­fen­den Umbruch
inter­na­tio­na­ler Kräf­te­ver­hält­nis­se. Doch all­zu pau­scha­le Dia­gno­sen – wie
etwa „Nie­der­gang des Nor­dens“, „Auf­stieg der BRICS-Staa­ten“ – erscheinen
nicht stich­hal­tig. Das Heft wid­met sich umso mehr aktuellen
Moment­auf­nah­men und Wider­sprü­chen – von der aktu­el­len Kri­se der
bis­he­ri­gen EU- und US-Glo­ba­li­sie­rungs­po­li­tik über die Leer­stel­len der
aktu­el­len Kon­junk­tur der „Protektionismus“-Debatte bis hin zu
Per­spek­ti­ven der Globalisierungskritik.

Debat­ten­fo­rum: „Poli­tik mit Sor­gen und Ängs­ten“ – Kaum eine politische
Debat­te der letz­ten Jah­re kam ohne den Ver­weis auf die „Sor­gen und
Ängs­te“ der Bürger_​innen aus. Doch was läuft hier schief?

Das gesam­te Inhalts­ver­zeich­nis, Edi­to­ri­al sowie das Debat­ten­fo­rum kön­nen sie online lesen.
Eine Über­sicht der Hef­te 2017 fin­den sie hier und auch Bestel­lun­gen sind möglich.

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Neuer Kurswechsel: „Die Herren des Geldes – Das Geld der Herren?“

22. Juni 2017 – 8:48 Uhr

Die Herren des Geldes – die Frauen der Arbeit?

Inter­na­tio­na­le Ban­ken, pri­va­te und insti­tu­tio­nel­le Inves­to­ren eben­so wie  Natio­nal­ban­ken – jene Orga­ni­sa­tio­nen, in denen sich Geld­ver­mö­gen kon­zen­trie­ren, wer­den meist von Män­nern regiert. Dem gegen­über ste­hen die Berei­che der nied­rig- oder gänz­li­chen unbe­zahl­ten Arbeit, die zu gro­ßen Tei­len von Frau­en gema­nagt wer­den. Die­se Aus­ga­be des Kurs­wech­sels wid­met sich daher der Ana­ly­se eines männ­lich gepräg­ten Finanz­sys­tems mit­tels Kon­zep­ten aus der femi­nis­ti­schen Ökonomie.
Unter dem Titel „Die Her­ren des Gel­des – Das Geld der Her­ren?“ tag­ten im Juni 2016 femi­nis­ti­sche Öko­nom­In­nen, um die struk­tu­rel­len Bedin­gun­gen von Finanz­märk­ten und ihren Aus­wir­kun­gen auf mensch­li­ches Han­deln zu dis­ku­tie­ren. Kern der Dis­kus­si­on war die Fra­ge, wie ein für eine pro­spe­rie­ren­de Real­wirt­schaft för­der­li­ches Finanz­sys­tem beschaf­fen und regu­liert sein muss. Für eine umfas­sen­de Ana­ly­se der Beschaf­fen­heit und Funk­ti­ons­wei­se des Finanz­sys­tems ist das Ein­be­zie­hen sei­ner geschlecht­li­chen Dimen­si­on unumgänglich.
Die Tagung ist nun in Heft 1/​2017 des Kurs­wech­sels doku­men­tiert.
Mit Bei­trä­gen von Roma­na Brait, Fran­zis­ka Diss­l­ba­cher, Käthe Knitt­ler, Paul Rams­kog­ler, Susan­ne Reit­her, Adri­en­ne Roberts, Petra Sau­er, Hele­ne Schu­berth, Chris­ti­na Wie­ser und Bri­git­te Young

Debattenforum „US-Wahl: Wahl weiter?“

Das Debat­ten­fo­rum dreht sich dies­mal um das The­ma „US-Wahl: Wie wei­ter?“, mit Bei­trä­gen von Rai­ner Hack­auf und Chris­toph Hermann.
Das gesam­te Inhalts­ver­zeich­nis, Edi­to­ri­al sowie Debat­ten­fo­rum sind hier auch online.
BEIGEWUM, Kurswechsel, Feminismus, feministische Ökonomie, US-Wahlen
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Der rechte Streit um Europa?

21. April 2017 – 7:57 Uhr

Im Rah­men der Prä­sen­ta­ti­on des aktu­el­len Kurs­wech­sels debat­tier­ten die AutorIn­nen Joa­chim Becker (WU Wien) und Han­na Lich­ten­ber­ger (Uni Wien) unter der Mode­ra­ti­on von Chris­ta Schla­ger (Kurs­wech­sel Redak­ti­on) in den Räu­men des Repu­bli­ka­ni­schen Clubs die Situa­ti­on der Rech­ten in Europa.

Der aktu­el­le Kurswechsel

Die poli­ti­sche Rech­te gibt sowohl in der Euro­päi­schen Kom­mis­si­on, im Rat als auch im Par­la­ment den Ton an, liegt aber mit den rechts­ex­tre­men und rechts­po­pu­lis­ti­schen Par­tei­en im Streit um die Zukunft Euro­pas: Wirt­schafts- und Flücht­lings­kri­se haben die Inte­gra­ti­ons­mü­dig­keit ver­schärft und für Zulauf gesorgt. Mit dem so genann­ten Bre­x­it hat das ers­te Land sei­nen Aus­tritt aus der Uni­on ange­kün­digt. Im Lau­fe des Jah­res 2017 ste­hen in den Nie­der­lan­den, Frank­reich, Deutsch­land und even­tu­ell Ita­li­en und Öster­reich Wah­len an, über­all wer­den rechts­ex­tre­men und rechts­po­pu­lis­ti­schen Par­tei­en Zuwäch­se pro­gnos­ti­ziert. Aber auch die Par­tei­en der ehe­ma­li­gen Mit­te (SP, VP) kon­kur­rie­ren mit oft ähn­li­chen Tönen um die ent­täusch­ten Wäh­le­rIn­nen. Wie sehen nun kon­kur­rie­ren­de Euro­pa-Kon­zep­te von ganz rechts bis wirt­schafts­li­be­ral kon­kret aus? Wel­che Vor­stel­lun­gen von Bin­nen­markt und Fes­tung Euro­pa sind im Umlauf? Und wel­che Rol­le spie­len klein­räu­mi­ge­re Abschot­tungs­kon­zep­te? Um die­se Fra­gen dreht sich der aktu­el­le Kurswechsel.

Dobro doš­li u Jugoslaviji!

Mit einem „Will­kom­men in Jugo­sla­wi­en“ begrüß­te Joa­chim Becker (WU Wien) die rund 50 Anwe­sen­den zur Dis­kus­si­on rund um den rech­ten Streit um Euro­pa. Für Becker ist es klar: Die EU ist an einem Punkt ange­langt wie Jugo­sla­wi­en am Ende der 1980er Jah­re oder die Sowjet­uni­on ein paar Jah­re spä­ter: „Der Punkt ist über­schrit­ten, an dem die des­in­te­gra­ti­ve Logik hät­te auf­ge­hal­ten wer­den kön­nen“. Die EU habe also ein Sta­di­um erreicht – und der Bre­x­it ist ein ers­tes kla­res Zei­chen dafür – in dem sie ihre hege­mo­nia­le Macht ver­lo­ren habe und von den Bevöl­ke­run­gen Euro­pas breit abge­lehnt wer­de. Die Kri­se hat ver­deut­licht, dass ein neo­li­be­ra­les Kon­zept von Euro­pa, das die Kon­kur­renz­ideo­lo­gie statt die sozia­le Fra­ge in den Mit­tel­punkt des Dis­kur­ses gestellt hat, kei­ne Zukunft hat. Wei­te Tei­le der euro­päi­schen Bevöl­ke­rung sind aus ver­schie­dens­ten Grün­den von der EU ent­täuscht – sei es der arbeits­lo­se Deut­sche, dem die Zuwan­de­rung angeb­lich zusetzt oder die grie­chi­sche Klein­un­ter­neh­me­rin, die ihre Pro­duk­te nicht mehr kon­kur­renz­fä­hig am Bin­nen­markt ver­mark­ten kann. Sie alle eint die Ableh­nung – bis­her nur an den Urnen – der medi­al ver­kauf­ten Errun­gen­schaf­ten der euro­päi­schen Inte­gra­ti­ons­be­mü­hun­gen wie der freie Per­so­nen- und Waren­ver­kehr. Und die­se Ableh­nung ist nicht nur unter rechts­ex­tre­men Par­tei­gän­ge­rIn­nen zu fin­den, son­dern fin­det ihren Wider­hall auch in den ehe­ma­li­gen Volks­par­tei­en der Sozi­al­de­mo­kra­tie oder der Christ­lich-Sozia­len. Wich­tig zu beto­nen ist jedoch, dass ein poten­zi­el­ler Wahl­ge­winn einer rech­ten Par­tei in einem euro­päi­schen Land nicht zwangs­läu­fig den Aus­tritt die­ses Lan­des aus der EU bedeu­ten wür­de. Nach Ein­schät­zung der Podi­ums­teil­neh­me­rIn­nen wird hier auch häu­fig aus einer Oppo­si­ti­ons­rol­le her­aus koket­tiert, wie sich die Par­tei­en in der tat­säch­li­chen Regie­rungs­ver­ant­wor­tung ver­hal­ten wür­den, sei frag­lich, ins­be­son­de­re etwa in Öster­reich, das ein­deu­tig über die Export­mög­lich­kei­ten etc. von der EU profitiert.

Ein Wirt­schafts­pro­gramm der FPÖ?

Bis­her hat die FPÖ – wie vie­le ande­re rechts­po­pu­lis­ti­sche Par­tei­en – kein kla­res Wirt­schafts­pro­gramm, erläu­tert Han­na Lich­ten­ber­ger, und das lie­ge dar­an, dass sich deren Poli­tik eben nicht im Pro­gram­ma­ti­schen fin­det, son­dern in der Per­sön­lich­keit ihrer Anfüh­re­rIn­nen oder auch in ad-hoc beschlos­se­nen und sich teil­wei­se wider­spre­chen­den Posi­tio­nen. Nun scheint sich aber auch die FPÖ ein Wirt­schafts­pro­gramm geben zu wol­len und man kann nur gespannt sein, wel­che pro­gram­ma­ti­schen Zie­le dort zu fin­den sein wer­den. Bis­her war das wirt­schafts­po­li­ti­sche Pro­gramm der öster­rei­chi­schen Rechts­ex­tre­men recht ambi­va­lent von Unter­stüt­zung für den EG-Bei­tritt bis zur Ableh­nung von TTIP und ande­ren Frei­han­dels­ver­trä­gen aus meist anti-ame­ri­ka­ni­schen Grün­den. Meist jedoch gegen Gewerk­schaf­ten gerich­tet und daher impli­zit auch gegen die Rech­te der ArbeitnehmerInnen.

Eine pro­gres­si­ve Zukunft für Europa!?

Zu Recht kri­ti­sier­ten vie­le Mit­dis­ku­tan­tIn­nen aus dem Publi­kum die recht ein­sei­ti­gen und nega­ti­ven Dar­stel­lun­gen am Podi­um. Aber die Ana­ly­se der Rech­ten Par­tei­en und ihrer euro­pa­po­li­ti­schen Pro­gram­ma­tik sei das Ziel des aktu­el­len Kurs­wech­sels gewe­sen, nicht die Zukunft der EU im all­ge­mei­nen, erklär­te Chris­ta Schla­ger aus der Kurs­wech­sel-Redak­ti­on. Als das Heft kon­zi­piert wur­de, woll­te man ver­su­chen, einen Über­blick über rech­te Strö­mun­gen in Euro­pa zu geben, ohne nur auf die rechts­ex­tre­men Par­tei­en zu schau­en, son­dern den Bogen etwa auch zur christ­lich-sozia­len Fidesz in Ungarn oder zu natio­nal­ka­tho­li­schen Bewe­gun­gen zu öff­nen. Abschlie­ßend bemerk­te Sibyl­le Sum­mer vom Repu­bli­ka­ni­schen Club, dass es sehr wohl Kräf­te in Euro­pa gibt, die eine sozia­le und öko­lo­gi­sche Inte­gra­ti­on vor­an­trei­ben möch­ten. Die­se Kräf­te zu unter­stüt­zen und aus­zu­bau­en, muss eines unse­rer zen­tra­len Zie­le sein, um die natio­na­lis­ti­sche und neo­li­be­ra­le Des­in­te­gra­ti­on zu stoppen.

Der BEIGEWUM dankt dem Repu­bli­ka­ni­schen Club – Neu­es Öster­reich für die Ver­an­stal­tungs­ko­ope­ra­ti­on und auch die Auf­zeich­nung der Podi­ums­dis­kus­si­on, wel­che unter die­sem Link zu fin­den ist.

Ein Bericht von Tobi­as Ori­sch­nig (BEIGEWUM Vorstand)

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Der rechte Streit um Europa – Präsentation 12.04.2017 19 Uhr Republikanischer Club.

21. März 2017 – 19:22 Uhr

DER RECHTE STREIT UM EUROPA

Mittwoch, 12. April 2017, 19 Uhr, im RC:

Die poli­ti­sche Rech­te gibt sowohl in der EK, im Rat als auch im Euro­päi­schen Par­la­ment den Ton an, liegt aber mit den rechts­ex­tre­men und ‑popu­lis­ti­schen Par­tei­en im Streit um die Zukunft Euro­pas: Finanz- und Flücht­lings­kri­se haben die Inte­gra­ti­ons­mü­dig­keit verschärft.

Mit dem BREXIT hat das ers­te Land sei­nen Aus­tritt ange­kün­digt. 2017 ste­hen in den Nie­der­lan­den, Frank­reich, Deutsch­land und even­tu­ell Ita­li­en Wah­len an, über­all wer­den rechts­ex­tre­men und ‑popu­lis­ti­schen Par­tei­en Zuwäch­se pro­gnos­ti­ziert. Wie sehen aber kon­kur­rie­ren­de Euro­pa-Kon­zep­te von ganz rechts bis wirt­schafts­li­be­ral kon­kret aus? Wel­che Vor­stel­lun­gen von Bin­nen­markt und Fes­tung Euro­pa sind im Umlauf? Und wel­che Rol­le spie­len klein­räu­mi­ge­re Abschottungskonzepte?

Prä­sen­ta­ti­on des Kurs­wech­sel­hef­tes 4/​2016 und Dis­kus­si­on mit:

Joa­chim BECKER (WU-Wien), Han­na LICHTENBERGER (Uni Wien), Mode­ra­ti­on: Chris­ta SCHLAGER (Kurs­wech­sel-Redak­ti­on).

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