Kurswechsel – BEIGEWUM

Kategorie: Kurswechsel


Schlagseite programmiert. Eine neue Generation parteiischer Think Tanks in Österreich

1. September 2015 – 16:43 Uhr

Mat­thi­as Schlögl und Die­ter Plehwe

Am 25. Sep­tem­ber 2013, gera­de ein­mal 4 Tage vor der Natio­nal­rats­wahl 2013, titel­te der Stan­dard: „250.000 Arbeits­lo­se jen­seits der Sta­tis­tik“. Er atta­ckiert damit nicht nur die im Rah­men der gro­ßen Koali­ti­on in sozi­al­de­mo­kra­ti­scher Ver­ant­wor­tung lie­gen­de Sozi­al­po­li­tik der Regie­rung, son­dern auch ihre Glaub­wür­dig­keit. Die zitier­te Zahl ent­stamm­te einer Stu­die des erst kurz zuvor gegrün­de­ten Think Tanks Agen­da Aus­tria, gelei­tet vom ehe­ma­li­gen Pres­se-Redak­teur Franz Schnell­horn. Von die­sem Think Tank war wenig mehr als die Namen der Mit­ar­bei­te­rIn­nen und das ange­streb­te Bud­get von 1 Mio. € bekannt. Wie aber kommt es, dass eine regie­rungs­kri­ti­sche Stu­die außer­halb der aka­de­mi­schen For­schungs­land­schaft erar­bei­tet, ziel­ge­nau vor den Wah­len publi­ziert und von den Medi­en ohne grö­ße­re Befas­sung mit der Qua­li­tät des Mate­ri­als auf­ge­grif­fen wird?

Der Beant­wor­tung die­ser Fra­ge sowie die genaue­re Erör­te­rung der Merk­ma­le einer Grup­pe von neo­li­be­ra­len und wirt­schafts­na­hen par­tei­ischen Think Tanks in Oster­reich dient der fol­gen­de Bei­trag. Gemein­sam ist die­sen Think Tanks in Öster­reich und ihren Part­ner­or­ga­ni­sa­tio­nen in euro­päi­schen und inter­na­tio­na­len Think-Tank-Netz­wer­ken, dass sie den Wohl­fahrts­staat und das erreich­te Niveau sozia­ler Bür­ger­rech­te bekämp­fen. Damit tre­ten sie gegen das Gleich­heits­pos­tu­lat sozi­al­li­be­ra­ler und sozia­lis­ti­scher Strö­mun­gen auf und ver­tre­ten offen­siv rechts­li­be­ra­le Nor­men von der Not­wen­dig­keit und Pro­duk­ti­vi­tät sozia­ler Ungleich­heit (Hayek 1960).

Seit Mit­te der 2000er greift auch in Öster­reich ein Phä­no­men ver­stärkt um sich, das man in vie­len ande­ren Län­dern schon län­ger kennt: das ver­mehr­te Auf­tre­ten eben sol­cher par­tei­ischer Think Tanks. Wäh­rend vor allem in den angel­säch­si­schen Län­dern bereits seit gerau­mer Zeit eine Dis­kus­si­on dar­über geführt wird, inwie­fern mit die­sen pri­va­ten, poli­tik­na­hen For­schungs- und Bera­tungs­or­ga­ni­sa­tio­nen neue Ideen und fri­scher Wind in die Debat­ten ein­ge­speist wer­den oder aber zah­lungs­kräf­ti­ge Lob­bys die ideo­lo­gi­sche Schlag­sei­te mit Think Tank Exper­ti­se ver­stär­ken, ist die euro­päi­sche Debat­te noch nicht sehr weit gedie­hen. Wis­sen­schaft gilt weit­hin als im Wesent­li­chen neu­tral und Exper­ten genie­ßen im Gegen­satz zu Lob­by­is­ten einen guten Ruf. Genau dies machen sich alle mög­li­chen Inter­es­sen­grup­pen zu Nut­ze, wenn sie, um wirk­sa­mer in die Poli­tik ein­zu­grei­fen, ver­mehrt zur Grün­dung von Think Tanks auf­ru­fen (Sut­ter­lin u. a. 2012, Zet­ter 2008).

Die meist sehr klei­nen For­schungs­in­sti­tu­te sind über­wie­gend pri­vat finan­ziert. Sie leis­ten ent­we­der kon­kre­te Auf­trags­for­schung oder erhal­ten ein Bud­get von befreun­de­ten Unter­neh­men, Ver­bän­den, Stif­tun­gen und Pri­vat­per­so­nen, um im Sin­ne einer bestimm­ten Ten­denz zu wir­ken. Sol­che offi­zi­ell unab­hän­gi­gen Think Tanks sind daher beson­ders anfäl­lig für die Ein­fluss­nah­me der sie tra­gen­den Kräf­te und ins­be­son­de­re der Geld­ge­ber. Im Gegen­satz zum offe­nen wis­sen­schaft­li­chen Dis­kurs wird die grund­le­gen­de Marsch­rich­tung vor­ab fest­ge­legt. Gesell­schaft­li­che Dis­kur­se – z.B. zum Kli­ma­wan­del in den USA (Dunlap/​Jacques 2013) – kön­nen durch die Arbeit von welt­an­schau­lich par­tei­ischen Think Tanks u.U. erheb­lich beein­flusst wer­den, wenn bestimm­te Dis­kurs­ko­ali­tio­nen (Hajer1993) gezielt ver­stärkt wer­den. Dabei spie­len in der jün­ge­ren Geschich­te Think Tanks immer häu­fi­ger eine immer wich­ti­ge­re Rolle.


Zum gan­zen Arti­kel hier


Der Arti­kel erschien im Kurs­wech­sel 2 (2015) zum The­ma „Ver­mö­gensun­gleich­heit, Kapi­ta­lis­mus und Demo­kra­tie“. Den Kurs­wech­sel hier bestellen.

Kommentare deaktiviert für Schlagseite programmiert. Eine neue Generation parteiischer Think Tanks in Österreich | Kategorie: blog, Kurswechsel, News & Termine

Der Kurswechsel 2 (2015) ist erschienen!

1. September 2015 – 16:43 Uhr

The­ma: Ver­mö­gensun­gleich­heit, Kapi­ta­lis­mus und Demokratie

Aktu­el­le Debat­te: Per­spek­ti­ven und Gren­zen Plu­ra­ler Ökonomie

Schon vor der Furo­re um Tho­mas Piket­tys Best­sel­ler „Kapi­tal im 21. Jahr­hun­dert“ hat sich die For­schungs­tä­tig­keit im Bereich Ein­kom­mens- und Ver­mö­gens­ver­tei­lung in den letz­ten Jah­ren rasant beschleu­nigt. Auch auf­grund neu­er Daten­quel­len wie dem House­hold Finan­ce and Con­sump­ti­on Sur­vey (HFCS) der EZB ent­spann sich eine inten­si­ve Aus­ein­an­der­set­zung mit unter­schied­li­chen Aspek­ten der Ver­mö­gens­ver­tei­lung. Dar­aus ent­stan­den in Öster­reich zahl­rei­che empi­ri­sche Bei­trä­ge, deren Ergeb­nis­se auf gro­ße media­le Reso­nanz stießen.

Die Auf­be­rei­tung der Daten und die damit gewon­ne­ne öffent­li­che Auf­merk­sam­keit waren zwei­fels­frei zen­tral, um die extrem schie­fe Ver­mö­gens­ver­tei­lung in den Blick­punkt zu rücken. Doch die Fra­gen, die sich aus die­sen empi­ri­schen Erkennt­nis­sen erge­ben, sind fun­da­men­ta­ler. Wie ent­steht eine solch dras­ti­sche Ver­mö­gensun­gleich­heit im Kapi­ta­lis­mus? Durch wel­che Mecha­nis­men und Wir­kungs­ka­nä­le wird sie auf­recht­erhal­ten? Über wel­che Kanä­le wirkt unglei­che Ver­mö­gens­ver­tei­lung auf demo­kra­ti­sche Pro­zes­se? Und wel­che Schluss­fol­ge­run­gen erge­ben sich dar­aus für pro­gres­si­ve Kräfte?

Dass Tho­mas Piket­tys The­sen in nahe­zu jedem Arti­kel dis­ku­tiert wer­den, bezeugt sei­nen wich­ti­gen Bei­trag für die lau­fen­den Debat­ten. Die Bei­trä­ge zei­gen aber auch auf, dass fun­da­men­ta­le Fra­gen zu Ver­mö­gen, Ungleich­heit, Kapi­ta­lis­mus und Demo­kra­tie über Piket­tys Ana­ly­se hin­aus gestellt wer­den müs­sen. Die aktu­el­le Aus­ga­be des Kurs­wech­sels ver­sucht eine ers­te Annä­he­rung an die­se Pro­blem­stel­lun­gen, und beleuch­tet Fra­gen von (Re-)Produktion von Ver­mö­gensun­gleich­heit im Kapi­ta­lis­mus, deren Beant­wor­tung eine wei­te­re inten­si­ve Debat­te erfordert.

Mit Bei­trä­gen von: Julia Hof­mann, Lukas Hof­stät­ter, Jakob Kapel­ler, Ste­phan Kauf­mann, Die­ter Pleh­we, Miri­am Rehm, Mat­thi­as Schlögl, Mat­thi­as Schnet­zer, Bern­hard Schütz, Ingo Stützle

Her­aus­ge­ge­ben von Miri­am Rehm und Mat­thi­as Schnetzer

Link zum Editorial

Die Aktu­el­le Debat­te beschäf­tigt sich mit Plu­ra­lis­mus in der Wirt­schafts­wis­sen­schaft. Da die Ver­mö­gens- und Macht­ver­tei­lung ein blin­der Fleck der Main­stream-Öko­no­mie dar­stellt, bet­tet sich die Dis­kus­si­on über die Per­spek­ti­ven und Gren­zen plu­ra­ler Öko­no­mie gut in die Aus­ga­be ein. Was kann Plu­ra­lis­mus leis­ten? Wel­che Stra­te­gien gibt es für hete­ro­do­xe Öko­nom­In­nen? Und wie kann sich Plu­ra­lis­mus institutionalisieren?

Mit Bei­trä­gen von: Flo­ri­an Bohinc, Fran­zis­ka Diss­l­ba­cher, Micha­el G. Kraft, Phil­ipp Poyntner

Link zum Debattenforum

Den neu­en Kurs­wech­sel hier bestel­len.


Kommentare deaktiviert für Der Kurswechsel 2 (2015) ist erschienen! | Kategorie: blog, Kurswechsel, News & Termine

Der Kurswechsel 1 (2015) ist erschienen! Thema: Soziale Reproduktion, Alltag, Krise

11. Mai 2015 – 13:04 Uhr

In vie­len Mit­glieds­staa­ten der Euro­päi­schen Uni­on ist seit Aus­bruch der Finanz- und Wirt­schafts­kri­se 2008 auch die sozia­le Siche­rung der Bevöl­ke­rung zuneh­mend in Bedräng­nis gera­ten, da vie­le Staa­ten ihre Sozi­al­aus­ga­ben gekürzt und Ent­las­sun­gen im öffent­li­chen Sek­tor statt­ge­fun­den haben. Vie­le Stu­di­en bele­gen mitt­ler­wei­le, dass es vor allem die Bevöl­ke­rung in den jewei­li­gen Län­dern ist, die die Kos­ten der Kri­se zu tra­gen hat (vgl. OECD 2014). In der aktu­el­len Aus­ga­be des Kurs­wech­sel wer­den die gesell­schaft­li­chen Fol­ge­wir­kun­gen der Kri­se näher in den Fokus gerückt und gezeigt wer­den, dass trotz mas­si­ven Sozi­al­ab­baus in eini­gen Mit­glied­staa­ten auch unter­schied­li­che Prak­ti­ken der Soli­da­ri­tät und des Wider­stan­des ent­stan­den sind. Unse­re beson­de­re Auf­merk­sam­keit liegt dabei auf zumeist ver­nach­läs­sig­ten Dimen­sio­nen in der Erfor­schung der Finanz- und Wirt­schafts­kri­se: der sozia­len Repro­duk­ti­on und dem All­tag der Men­schen. Unter sozia­ler Repro­duk­ti­on wer­den alle Tätig­kei­ten, die haus­halts­na­he aus­ge­führt wer­den, wie das Kochen, Waschen, Put­zen und Pfle­gen von Ange­hö­ri­gen, aber auch Diens­te, die die nähe­re Nach­ba­rIn­nen­schaft umfas­sen, ver­stan­den. All die täg­li­chen klei­nen Hand­lun­gen des infor­mel­len Waren­tau­sches, der nach­bar­schaft­li­chen Hil­fe und der Unter­stüt­zung durch Kom­mu­nen und sogar von Schul­klas­sen rücken damit in den Blick. Dass die­se Tätig­kei­ten zuneh­mend von Pri­vat­per­so­nen oder in Sub­sis­tenz­wirt­schaft aus­ge­führt wer­den, zeigt, inwie­fern „ein Blick aus der Küche“ (Elson 2012) hilft, die all­täg­li­chen Dimen­sio­nen einer „Vielfach-Krise“(Demirovic /​ Dück /​ Becker /​ Bader 2011) zu erfas­sen. Dort, wo der Sozi­al­staat zuneh­mend nicht mehr hand­lungs­fä­hig ist, wie z.B. in Grie­chen­land oder in Slo­we­ni­en, grei­fen Men­schen auf ande­re For­men der Unter­stüt­zung zurück, die oft von Frau­en orga­ni­siert oder aus­ge­führt werden.


Das Debat­ten­fo­rum befasst sich ein­mal mehr mit den aktu­el­len geld­po­li­ti­schen Maß­nah­men der Euro­päi­schen Zen­tral­bank (EZB) und deren Wirksamkeit.


Mit Bei­trä­gen von: Bri­git­te Aulen­ba­cher /​Almut Bachin­ger /​Fabienne Décieux, Bri­git­te Bar­getz, Chris­tia­ne Mar­ty, Mari­na Papa­da­ki /​ Samy Alex­an­dri­dis /​ Ste­fa­nia Kalo­gera­ki, Lil­ja­na Rih­ter, Tania Toffa­nin, Peter Weis­sen­bur­ger, Ste­fa­nie Wöhl, Ste­fan Ede­rer /​ Lisa Mit­ten­drein /​ Valen­tin Schwarz, Phil­ipp Heim­ber­ger, Bert Werber


Her­aus­ge­ge­ben von Ste­fa­nie Wöhl, Julia Hof­mann und Chris­ta Schlager


Den neu­en Kurs­wech­sel hier bestel­len.

Kommentare deaktiviert für Der Kurswechsel 1 (2015) ist erschienen! Thema: Soziale Reproduktion, Alltag, Krise | Kategorie: blog, Kurswechsel

23.1.: Stammtisch ÖGS-Sektion Soziale Ungleichheit mit Vorstellung „Mythen des Reichtums“

11. Dezember 2014 – 9:27 Uhr

Der nächs­te Stamm­tisch der ÖGS-Sek­ti­on Sozia­le Ungleich­heit fin­det am 23. Jän­ner 2015 um 19h im Bespre­chungs­raum (Uni­ver­si­tät Wien, Insti­tut für Sozio­lo­gie, 4.Stock,) statt.

Wir star­ten mit euch ins neue Jahr um euch die Sek­ti­on vor­zu­stel­len, alle die sich für das The­ma Sozia­le Ungleich­heit inter­es­sie­ren sind ein­ge­la­den sich ein­zu­brin­gen und auch ger­ne selbst aktiv zu werden.
Wir prä­sen­tie­ren unser Pro­gramm für 2015, plus die bis­he­ri­gen Arbeits­schwer­punk­te die zum Teil wie­der­be­lebt oder erwei­tert wer­den können.

Julia Hof­mann stellt an die­sem Abend die neu erschie­ne­ne Publi­ka­ti­on „Mythen des Reich­tums – War­um Ungleich­heit unse­re Gesell­schaft gefähr­det“ her­aus­ge­ge­ben von BEIGEWUM, Attac und der Armuts­kon­fe­renz vor.

Julia Hof­mann ist Mit­glied des Sek­ti­ons­rats Sozia­le Ungleich­heit und im Vor­stand vom BEIGEWUM. Sie arbei­tet als wis­sen­schaft­li­che Mit­ar­bei­te­rin an der JKU der Uni­ver­si­tät Linz am Insti­tut für Sozio­lo­gie, Abtei­lung Wirt­schafts- und Organisationssoziologie.

Der Stamm­tisch bie­tet den Rah­men zum Aus­tausch und kann als Ein­stieg oder Anknüp­fungs­punkt zur Sek­ti­on genutzt werden.
Im Anschluss dar­an wan­dert der Stamm­tisch wei­ter ins Lokal Stadtkind.

http://www.vsa-verlag.de/nc/buecher/detail/artikel/mythen-des-reichtums/

Wir freu­en uns auf euer/​Ihr Kom­men! Die ÖGS-Sek­ti­on Sozia­le Ungleichheit

Kurs­wech­sel für ein gutes Leben

22. Oktober 2014 – 11:27 Uhr

Der neue Kurs­wech­sel 2/​214 ist da! Das Edi­to­ri­al und das Debat­ten­fo­rum kön­nen hier online gele­sen wer­den, der Kurs­wech­sel kann hier bestellt wer­den.

Aus dem Editorial:

Nach sechs Jah­ren „muddling through“ ist der Miss­erfolg der euro­päi­schen Kri­sen­lö­sungs­stra­te­gie, die vor­ran­gig auf Aus­teri­tät, Arbeits­markt­fle­xi­bi­li­sie­rung, wei­te­re Export­ori­en­tie­rung außer­halb der EU und Umver­tei­lung nach oben setzt, offen­sicht­lich. Das im Ver­trag von Lis­sa­bon for­mu­lier­te Ver­spre­chen einer „nach­hal­ti­gen Ent­wick­lung Euro­pas“, die auf „Voll­be­schäf­ti­gung und sozia­len Fort­schritt abzielt“, wirkt zuneh­mend unglaub­wür­dig. Die über 25 Mil­lio­nen Arbeits­lo­sen und 125 Mil­lio­nen von Armut oder sozia­ler Aus­gren­zung bedroh­ten Men­schen – jeweils um eini­ge Mil­lio­nen mehr als vor der Kri­se – las­sen die rea­len Ver­schlech­te­rung deut­lich zu Tage tre­ten. Gleich­zei­tig blei­ben drän­gen­de Umwelt­pro­ble­me, wie ins­be­son­de­re der Kli­ma­wan­del, nach wie vor unge­löst. Weni­ger klar ist jedoch der Weg zu geeig­ne­ten Alter­na­ti­ven: Wie kön­nen sozia­le und öko­lo­gi­sche Pro­ble­me gemein­sam gelöst wer­den? Ist ledig­lich ein höhe­res Wirt­schafts­wachs­tum not­wen­dig, um die der­zei­ti­gen Pro­ble­me zu lösen? Lie­ße es sich über­haupt wie­der errei­chen? Oder braucht es eine radi­ka­le Wen­de, um ein bes­se­res Leben für alle zu ermög­li­chen? Die­se Fra­gen waren Aus­gangs­punkt für eine Serie von vier Ver­an­stal­tun­gen unter dem Titel die­ser Aus­ga­be des Kurs­wech­sels, die im ver­gan­ge­nen Jahr von AK Wien und Grü­ner Bil­dungs­werk­statt in Koope­ra­ti­on mit dem BEIGEWUM, der zivil­ge­sell­schaft­li­chen Alli­anz, „Wege aus der Kri­se“, ATTAC, der Katho­li­schen Arbeit­neh­me­rIn­nen-Bewe­gung, dem Mat­ters­bur­ger Kreis für Ent­wick­lungs­po­li­tik und der Initia­ti­ve „Euro­pa geht anders“ orga­ni­siert wur­de. Die gemein­sa­me Basis bil­de­te die Suche nach einem über­zeu­gen­den sozi­al-öko­lo­gi­schen Trans­for­ma­ti­ons­pro­jekt in Euro­pa, das auf ein mög­lichst gutes Leben für mög­lichst vie­le Men­schen abzielt. Nicht die Anein­an­der­rei­hung der alt­be­kann­ten „keyne­sia­ni­schen“ und „wachs­tums­kri­ti­schen“ Posi­tio­nen, son­dern eine pro­duk­ti­ve Syn­the­se der Inter­pre­ta­ti­on der euro­päi­schen Kri­se aus einer öko­lo­gi­schen und einer sozia­len Per­spek­ti­ve soll­te erreicht werden.“

Das Debat­ten­fo­rum (hier online ver­füg­bar) beschäf­tigt sich schließ­lich mit dem TTIP, dem immer wei­te­re Krei­se zie­hen­den Trans­at­lan­ti­schen Frei­han­dels- und Inves­ti­ti­ons­schutz­ab­kom­men zwi­schen der EU und den USA.

Soziale Proteste in der Krise

26. Mai 2014 – 20:17 Uhr
Prä­sen­ta­ti­on und Dis­kus­si­on des neu­en Kurs­wech­sel-Hef­tes des BEIGEWUM zum
The­ma „Sozia­le Pro­tes­te in der Kri­se“ am Diens­tag, den 17. Juni 2014 in den Räum-
lich­kei­ten der VHS Linz (Wis­sens­turm).


Die EU ist der­zeit mit der schlimms­ten wirt­schaft­li­chen und sozia­len Kri­se ihrer Geschich­te kon­fron­tiert. Sozia­le Ungleich­hei­ten, Arbeits­lo­sig­keit und Armut neh­men vor allem in den süd- und ost­eu­ro­päi­schen Län­dern Euro­pas stark zu. Die neo­li­be­ra­le EU-Kri­sen­po­li­tik, bei der ver­sucht wird die Kri­se vor­wie­gend über Ein­spa­run­gen, das Her­ab­set­zen von sozia­len Stan­dards und Pri­va­ti­sie­run­gen zu bewäl­ti­gen, trägt ihr Übri­ges dazu bei die sozia­le Kri­se in Euro­pa wei­ter zu ver­schär­fen. In vie­len euro­päi­schen Län­dern weh­ren sich jedoch (gro­ße) Tei­le der Bevöl­ke­rung gegen die­se EU-Kri­sen­po­li­tik. Euro­pa­weit bekannt sind etwa die Indignad@s in Spa­ni­en, die Streik­be­we­gun­gen in Grie­chen­land oder das Pro­test­bünd­nis Block­u­py. Die Pro­tes­tie­ren­den for­dern einen Wan­del in der Wirt­schafts- und Sozi­al­po­li­tik sowie den Auf­bau eines ande­ren, also eines sozia­le­ren und eines demo­kra­ti­sche­ren Europas.

Im neu­en Kurs­wech­sel-Heft und in der Podi­ums­dis­kus­si­on wer­den die Chan­cen und Gren­zen die­ser Pro­test­be­we­gun­gen dis­ku­tiert: Wo ist der Wider­stand gegen die neo­li­be­ra­le EU-Kri­sen­po­li­tik beson­ders stark, wo nicht? Wie las­sen sich die regio­na­len Dis­pa­ri­tä­ten erklä­ren? Wie erfolg­reich waren die Pro­test­be­we­gun­gen in den ein­zel­nen Län­dern Euro­pas bis­her? Gibt es neben den natio­na­len Kämp­fen auch Aus­sicht auf eine euro­päi­sche Pro­test­be­we­gung? Wel­che Rol­le spie­len in die­sem Zusam­men­hang NGOs, Gewerk­schaf­ten und sozia­le Bewe­gun­gen? Was bedeu­ten die Ergeb­nis­se der EU-Wahl für sozia­le Bewe­gun­gen in Europa?


Podi­ums­dis­kus­si­on mit:
Alex­an­dra Strick­ner (Attac)
Joa­chim Becker (WU Wien, BEIGEWUM)
Julia Hof­mann (JKU Linz, BEIGEWUM)


Wann? Diens­tag, den 17. Juni 2014, 19.30 bis ca. 21.00
Wo? Ver­an­stal­tungs­saal E09 im Erd­ge­schoss im Wis­sens­turm (VHS Linz)

Feministische Perspektiven auf die Ökonomie und ihre Krisen. Buch- und Kurswechsel-Präsentation Feministische Ökonomie

22. Mai 2014 – 13:50 Uhr

Zeit: Mitt­woch, 11. Juni 2014, 19.00 Uhr
Ort: TC.0.01 (Tea­ching Cen­ter), Wirt­schafts­uni­ver­si­tät Wien, Welt­han­dels­platz 1, 1020 Wien

Mit: Bet­ti­na Hai­din­ger, Käthe Knitt­ler, Katha­ri­na Mader und Chris­ta Schlager
Mode­ra­ti­on: Alys­sa Schneebaum

Die herr­schen­de Wirt­schafts­theo­rie und ‑poli­tik sowie wesent­li­che öko­no­mi­sche Kenn­zah­len wer­den als geschlechts­neu­tral prä­sen­tiert. Hin­ter die­sen schein­bar neu­tra­len Zah­len und Kon­zep­ten ver­ste­cken sich jedoch geschlecht­li­che Ungleich­hei­ten, Herr­schafts- und Aus­beu­tungs­struk­tu­ren wer­den ver­deckt. Femi­nis­ti­sche Öko­no­mie deckt die­se blin­den Fle­cken auf, übt Kri­tik an den herr­schen­den Mainstream‑, aber auch hete­ro­do­xen Öko­no­mie­strän­gen und ent­wi­ckelt Gegen­mo­del­le. Gera­de im Zuge der glo­ba­len Finanz- und Wirt­schafts­kri­se wur­de die Main­stream-Öko­no­mie aus unter­schied­lichs­ten Per­spek­ti­ven kri­ti­siert, trotz metho­do­lo­gi­scher und polit­öko­no­mi­scher Schwach­stel­len sowie ideo­lo­gi­scher Ein­sei­tig­keit hat sie ihren Sta­tus als „herr­schen­de“ Leh­re aber wei­ter­hin behaup­ten kön­nen. Wirt­schafts- und Finanz­ex­per­ten­tum hat nicht an Macht und Ein­fluss ver­lo­ren, im Gegen­teil, kaum je zuvor war es medi­al und poli­tisch so prä­sent wie in den letz­ten Jah­ren. Macht- und herr­schafts­kri­ti­sche Zugän­ge wären daher für die Ana­ly­se der gegen­wär­ti­gen mul­ti­plen Kri­se und die Kri­sen­be­wäl­ti­gung zen­tral, kom­men aber viel zu kurz. Der Kurs­wech­sel und das Buch stel­len Wider­stands­stra­te­gien, Alter­na­ti­ven und Uto­pien jen­seits des Main­streams vor.

Eine Ver­an­stal­tung von BEIGEWUM, VrauWL und VW Zentrum

Ein­la­dung Fem Ök Präsentation

Kurswechsel-Präsentation 3/2013: Regionale Intergration: Alternative Entwicklungspfade

10. März 2014 – 13:53 Uhr

Kurs­wech­sel-Prä­sen­ta­ti­on 3/​2013: Regio­na­le Inter­gra­ti­on: Alter­na­ti­ve Entwicklungspfade

Diens­tag, 11. März 18:00
WU, Stu­dent Lounge (D4)


Es dis­ku­tie­ren:

Johan­nes Lei­te­ner (FH bfi Wien)

Han­nes Meiss­ner (Poli­to­lo­ge, FH bfi Wien)

Alker Atac (Öko­nom, Poli­to­lo­ge, Uni­ver­si­tät Wien)


Das Pos­ter als pdf gibt’s hier


Kurswechsel 4/2013: Feministische Beiträge zur Krisenanalyse und -überwindung: Der neue KuWe ist da!

26. Februar 2014 – 10:10 Uhr

Der neue KuWe ist da! 

Im Zuge der glo­ba­len Finanz- und Wirt­schafts­kri­se wur­de die Main­stream-Öko­no­mie aus unter­schied­lichs­ten Per­spek­ti­ven kri­ti­siert, trotz metho­do­lo­gi­scher und polit-öko­no­mi­scher Schwach­stel­len sowie ideo­lo­gi­scher Ein­sei­tig­keit hat sie ihren Sta­tus als „herr­schen­de“ Leh­re aber behaup­ten kön­nen. Wirt­schafts- und Finanz­ex­per­tIn­nen­tum hat nicht an Macht und Ein­fluss ver­lo­ren, im Gegen­teil, kaum je zuvor war es medi­al und poli­tisch so prä­sent wie in den letz­ten Jah­ren. Macht- und herr­schafts­kri­ti­sche Zugän­ge wären daher für die Ana­ly­se der gegen­wär­ti­gen mul­ti­plen Kri­se und die Kri­sen­be­wäl­ti­gung zen­tral, kom­men aber viel zu kurz. Das vor­lie­gen­de Heft soll hier­zu einen Bei­trag aus der Per­spek­ti­ve der femi­nis­ti­schen Öko­no­mie leisten.


Best­telt wer­den kann das Heft hier.

Zum Inhalts­ver­zeich­nis: http://www.beigewum.at/kurswechsel/jahresprogramm-2013/heft-42013-feministische-krisenanalysen/

17. Okt: Aktuelle Widerstandsstrategien in Spanien

10. Oktober 2012 – 8:34 Uhr

gemein­sa­me Ver­an­stal­tung mit dem Bünd­nis „Wege aus der Kri­se“ als Fol­low-up zur Akti­ons­kon­fe­renz „Eure Schul­den – Unse­re Demokratie“

mit Cris­ti­na Asen­si, Attac Spanien

Datum: Mi 17. Okto­ber 2012, 19.00 Uhr

Ort: Depot, Brei­te­gas­se 3, 1070 Wien

Mode­ra­ti­on: Alex­an­dra Strick­ner, Attac Österreich

Euro­pa­weit wird gespart. Ein Land nach dem ande­ren schlit­tert in die Rezes­si­on. Eines der Län­der, in denen die Men­schen von den dras­ti­schen Spar­maß­nah­men betrof­fen sind, ist Spa­ni­en. Cris­ti­na Asen­si von Attac Spa­ni­en und der Bewe­gung Ech­te Demo­kra­tie Jetzt wird über die aktu­el­le Spar­po­li­tik in Spa­ni­en erzäh­len, über die Aus­wir­kun­gen die­ser Poli­tik auf die Men­schen dort und über den Wider­stand. Seit mehr als einem Jahr gibt dort es eine immer grös­ser wer­den­de Bewe­gung, die unter dem Mot­to Ech­te Demo­kra­tie Jetzt für die Strei­chung ille­gi­ti­mer Schul­den und für ech­te Demo­kra­tie kämpft. Gemein­sam dis­ku­tie­ren wir mit ihr auch dar­über, wie aus der Sicht der spa­ni­schen Bewe­gung eine stär­ke­re Ver­knüp­fung des Wider­stan­des auf euro­päi­scher Ebe­ne mög­lich ist.

zum Anfang der Seite