2014 Februar – BEIGEWUM

Archiv für Februar 2014


Kurswechsel 4/2013: Feministische Beiträge zur Krisenanalyse und -überwindung: Der neue KuWe ist da!

26. Februar 2014 – 10:10 Uhr

Der neue KuWe ist da!

Im Zuge der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise wurde die Mainstream-Ökonomie aus unterschiedlichsten Perspektiven kritisiert, trotz methodologischer und polit-ökonomischer Schwachstellen sowie ideologischer Einseitigkeit hat sie ihren Status als „herrschende“ Lehre aber behaupten können. Wirtschafts- und FinanzexpertInnentum hat nicht an Macht und Einfluss verloren, im Gegenteil, kaum je zuvor war es medial und politisch so präsent wie in den letzten Jahren. Macht- und herrschaftskritische Zugänge wären daher für die Analyse der gegenwärtigen multiplen Krise und die Krisenbewältigung zentral, kommen aber viel zu kurz. Das vorliegende Heft soll hierzu einen Beitrag aus der Perspektive der feministischen Ökonomie leisten.


Besttelt werden kann das Heft hier.

Zum Inhaltsverzeichnis: http://www.beigewum.at/kurswechsel/jahresprogramm-2013/heft-42013-feministische-krisenanalysen/

Podiumsdiskussion – Welche Zukunft für die europäische Jugend?

22. Februar 2014 – 17:37 Uhr

Donnerstag, 6. März 2014, 18.00 Uhr


Karl-Renner-Institut, Europasaal
Eingang Gartenhotel Altmannsdorf (Hotel 2)
Oswaldgasse 69/ Ecke Hoffingergasse, 1120 Wien
([http://www.renner-institut.at/das-karl-renner-institut/anreise/]erreichbar mit U6, Station „Am Schöpfwerk“)


Es diskutieren:
KATERINA ANASTASIOU, Solidarity for All Vienna
GEORG FEIGL, BEIGEWUM – Beirat für gesellschafts-, wirtschafts- und
umweltpolitische Alternativen
JÖRG FLECKER, Univ. Wien, Institut für Soziologie; Vorsitzender des
Vorstands der Forschungs- und Beratungsstelle Arbeitswelt (FORBA)
FERRAN PEDRET, Abg. zum katalanischen Parlament, Partit dels Socialistes
de Catalunya (PSC); Autor über die Protestbewegung in Spanien
EVELYN REGNER, MEP, SPÖ


Moderation
EVA BELABED, Ökonomin


Veranstaltung in deutscher und englischer Sprache ohne Dolmetschung.




Mit freundlicher Unterstützung vom
BEIGEWUM – Beirat für gesellschafts-, wirtschafts- und umweltpolitische
Alternativen


Mit der Teilnahme an der Veranstaltung stimmen Sie der Veröffentlichung
von Fotos und Filmaufnahmen, die im Rahmen der Veranstaltung entstehen, zu.

Mythos: „Privatisierungen helfen, Staatshaushalte wieder ins Lot zu bringen“

17. Februar 2014 – 18:19 Uhr

In den Regierungsverhandlungen Ende 2013 wurde davon gesprochen, verstärkt auf Privatisierungen zu setzen, um das vermeintliche Budgetloch zu stopfen. Die Forderung nach Privatisierungen ist dabei nicht neu – oft wurde in den vergangen Jahren der Wirtschafts- und Finanzkrise von Privatsierungen als Lösung gesprochen, und den so genannten „Krisenstaaten“ seitens der Troika als Heilkur verordnet. Was ist aber dran am Mythos? Bringen Privatisierungen von Staatseigentum den Staatshaushalt wieder ins Lot?

Nein, so kann in Kürze geantwortet werden. Denn Privatisierungen sind langfristig gesehen nichts anderes, als der Versuch, Lebensbereiche der kollektiven Gestaltungsmöglichkeit zum Zweck der privaten Gewinnmöglichkeit zu entziehen. Die Folgen sind stärkere Einkommens- und Vermögenskonzentration – und dies meist in Gleichschritt mit dem Ausbleiben der vermeintlichen Verbesserungen für die Bevölkerung. Dies alles wirkt sich eher negativ auf die langfristige soziale und ökonomische Situation einer Volkswirtschaft aus.

Ein weiteres Argument ist, dass mit dem Verkauf von Staatseigentum die Beteiligungserträge in den Folgejahren wegfallen. Ob hier die Einsparung an Zinsen durch den Schuldenabbau mittels Privatisierungserlöse im Gegensatz höher liegen, kann bezweifelt werden. Zudem ist speziell in Krisenjahren mit besonders geringen Privatisierungserlösen zu rechnen, da die allgemeine Wirtschaftslage die Ertragsaussichten und damit die Bewertung eines jeden einzelnen Unternehmens beeinflusst. Zudem können Privatisierungen für die vielbeschworene Maastricht-Berechnung nicht herhalten – sie werden schlicht in der europäischen Defizitrechnung nicht berücksichtigt.

Interessant ist aber jedenfalls, dass die Debatte zu Beginn der Krise einen anderen Fokus hatte – hier wurde verstärkt auf Verstaatlichungen und weiteren wirtschaftlichen Unterstützungsmaßnahmen seitens der öffentlichen Hand z.B. im Rahmen der Bankenrettung gesetzt. Die Entwicklung der letzten Jahre kann also so zusammengefasst werden – Privatisierung der Gewinne, Sozialisierung der Verluste. Ganz im Gegenteil sollte aber bei öffentlichen Unternehmen der Gestaltungsauftrag gestärkt werden, um gesellschaftliche Interessen zu wahren. Denn viele Leistungen der öffentlichen Daseinsvorsorge wie der Zug, die Pflege oder das Wasser wären ohne staatliches Engagement nicht überall oder nur für die Wohlhabenderen einer Gesellschaft verfügbar.

 

 

Beim vorliegenden Beitrag handelt es sich um die gekürzte Version eines Kapitels aus dem Buch „Mythen des Sparens. Antizyklische Alternativen zur Schuldenbremse“. Dieses wurde 2013 vom BEIGEWUM (Beirat für gesellschafts-, wirtschafts- und umweltpolitische Alternativen) herausgegeben und wendet sich an alle, die der Behauptung „Sparen sei das Gebot der Stunde“ fundierte Argumente entgegensetzen wollen. Es werden zentrale Mythen aus den Bereichen „Schulden“, „Sparen“ und der damit verbundenen EU-Politik kritisch hinterfragt und die dahinterstehenden Zusammenhänge erklärt. Das Buch ist im VSA-Verlag erschienen und kann hier bestellt werden:
http://www..vsa-verlag.de/nc/detail/artikel/mythen-des-sparen/

 


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