Krise der Demokratie und mögliche Alternativen

leu am 13. November 2009 um 18:10h

Krise der Demokratie und mögliche Alternativen*

Bern­hard Leubolt**


Die Welt­wirt­schafts­krise wird als Teil von mul­ti­plen sys­te­mi­schen Kri­sen ver­stan­den, wobei die Demo­kra­tie­krise und mög­li­che Stra­te­gien zu deren Bewäl­ti­gung im Mit­tel­punkt stehen.

Mul­ti­ple Kri­sen – auf­kom­mende „Post-​​Demokratie


Die aktu­elle Welt­wirt­schafts­krise ist zwar seit den 1920er/​30er Jah­ren die schwerste, aber auch bei wei­tem nicht die erste Finanz­krise der jün­ge­ren Ver­gan­gen­heit. Die euro­päi­schen Regie­run­gen rea­gier­ten weit­ge­hend mit Ver­staat­li­chung der pri­va­ten Ver­luste – ins­be­son­dere mit­tels der „Ban­ken­ret­tungs­pa­kete“ – „auf Pump“. Die dadurch aus­ufern­den Bud­get­de­fi­zite wer­den wohl Grund­lage für Fis­kalkri­sen der Staa­ten ablie­fern. Ähnlich wie unter Rea­gans Regie­rung wo das mit­tels unpro­por­tio­na­ler Anhe­bun­gen des Rüs­tungs­bud­gets geschah, wird diese „Poli­tik der lee­ren Staats­kas­sen“ in wei­te­rer Folge zum „Sach­zwang Bud­get­kon­so­li­die­rung“ füh­ren. Somit besteht dann eine neue Argu­men­ta­ti­ons­grund­lage für wei­tere Kür­zun­gen der Sozi­al­aus­ga­ben, die als unfi­nan­zier­bar dar­ge­stellt wer­den kön­nen. Die Wirt­schafts­krise wird somit aller Vor­aus­sicht nach – im Gefolge von stei­gen­der Arbeits­lo­sig­keit und sin­ken­den Sozi­al­aus­ga­ben – eine mehr oder weni­ger schwere soziale Krise nach sich ziehen.


Diese sozia­len und ökono­mi­schen Kri­sen wer­den von wei­te­ren Kri­sen beglei­tet: Nicht zuletzt der Kli­ma­wan­del zeigt eine pro­funde und struk­tu­relle Umwelt­krise auf. Beglei­tet wer­den diese Kri­sen außer­dem von einer über die letz­ten Jah­ren auf­kom­mende Demokratie-​​Krise. Obwohl Demo­kra­tie auf glo­ba­ler Ebene for­mal ihren Durch­bruch erreicht zu haben scheint, sind Phä­no­mene wie Poli­tik­ver­dros­sen­heit an der Tages­ord­nung – ins­be­son­dere in Län­dern, die als „kon­so­li­dierte Demo­kra­tien“ gal­ten. Der bri­ti­sche Poli­tik­wis­sen­schaf­ter Colin Crouch brachte die dies­be­züg­li­che Debatte in sei­nem 2003 in Ita­lien erschie­ne­nen Buch auf den Punkt – es handle sich um „Post-​​Demokratie“:

Der Begriff bezeich­net ein Gemein­we­sen, in dem zwar nach wie vor Wah­len ab-​​gehalten wer­den, Wah­len, die sogar dazu füh­ren, daß Regie­run­gen ihren Abschied neh­men müs­sen, in dem aller­dings kon­kur­rie­rende Teams pro­fes­sio­nel­ler PR-​​Experten die öffent­li­che Debatte wäh­rend der Wahl­kämpfe so stark kon­trol­lie­ren, daß sie zu einem rei­nen Spek­ta­kel ver­kommt, bei dem man nur über eine Reihe von Pro­ble­men dis­ku­tiert, die die Exper­ten zuvor aus­ge­wählt haben. […] Im Schat­ten die­ser poli­ti­schen Insze­nie­rung wird die reale Poli­tik hin­ter ver­schlos­se­nen Türen gemacht: von gewähl­ten Regie­run­gen und Eli­ten, die vor allem die Inter­es­sen der Wirt­schaft ver­tre­ten.“ (Crouch 2008, S. 10)


Der dem kri­ti­schen Main­stream zure­chen­bare Crouch geht in die­sem Zusam­men­hang von einer Dege­ne­ra­tion der Demo­kra­tie aus, die sich ins­be­son­dere durch die Ori­en­tie­rung auf die poli­ti­sche Mitte und angeb­lich objek­tive Pro­blem­lö­sun­gen mit­tels „Exper­ten­gre­mien“ aus­zeich­net. Seine Kol­le­gin Chan­tal Mouffe (2006) warnt in die­sem Zusam­men­hang vor der Ent­po­li­ti­sie­rung, die einer­seits Inter­es­sen ver­schlei­ert und dadurch den Inter­es­sen mäch­ti­ger Min­der­hei­ten zu Gute kommt und ande­rer­seits das Wie­der­auf­kom­men des Faschis­mus bzw. der extre­men Rech­ten ermög­licht. Letz­tere bleibt vie­ler­orts im poli­ti­schen Spek­trum als ein­zige Kraft beste­hen, die glaub­haft Alter­na­ti­ven ver­tritt, die sich jen­seits des „post-​​politischen“ Kon­sens befinden.


Demo­kra­ti­sie­rung von Staat und Budget


Alter­na­ti­ven zur Post-​​Demokratie gehen unwei­ger­lich mit Poli­ti­sie­rung ein­her. Gesell­schaft­lich rele­vante Ent­schei­dun­gen soll­ten dem­nach demo­kra­tisch ent­schie­den wer­den statt an „Exper­ten­gre­mien“ dele­giert zu wer­den. Vor­der­grün­dig betrifft das Ent­schei­dun­gen im All­tag. Die femi­nis­ti­sche For­de­rung „das Pri­vate öffent­lich zu machen“ und somit also zu pri­va­ti­sie­ren kann dies­be­züg­lich auf viele Berei­che umge­legt werden.


Das betrifft einer­seits den Staat selbst. Die gebräuch­li­che For­mu­lie­rung des „öffent­li­chen Sek­tors“ ist dies­be­züg­lich dahin­ge­hend zu über­prü­fen, in wie fern staat­li­che Poli­tik auch de facto öffent­lich gemacht wird. Hier gibt es auf loka­ler Ebene posi­tive Ten­den­zen zur Eta­blie­rung von Par­ti­zi­pa­ti­ons­pro­jek­ten. Lokale Par­ti­zi­pa­tion gilt dabei oft­mals als „Allheil-​​mittel“ gegen Poli­tik­ver­dros­sen­heit und mög­li­che Pro­teste der von den poli­ti­schen Ent­schei­dun­gen betrof­fe­nen Grup­pen. Die posi­tive Kon­no­ta­tion von Par­ti­zi­pa­tion ist jedoch mit Vor­sicht zu betrach­ten. Meis­tens han­delt es sich dabei bloß um Befra­gun­gen und nicht um effek­tive Mit­be­stim­mung. Außer­dem betrifft Par­ti­zi­pa­tion nahezu immer gesell­schaft­lich rela­tiv mar­gi­nale The­men auf der Mikro-​​Ebene wie z.B. Park­ge­stal­tung. Dabei ist die Gefahr der Instru­men­ta­li­sie­rung hoch: Aktu­ell wäre eine par­ti­elle Ein­bin­dung im Rah­men eines „par­ti­zi­pa­ti­ves Spar­pa­kets“ vor­stell­bar, um „Spar­zwänge“ zu legi­ti­mie­ren. Das führt die Wich­tig­keit der Poli­ti­sie­rung stra­te­gisch zen­tra­ler Poli­tik­be­rei­che vor Augen. Hier müs­sen in der Zivil­ge­sell­schaft diese Berei­che erst iden­ti­fi­ziert wer­den, um dann Druck zu deren Demo­kra­ti­sie­rung auf­bauen zu können.


Ein Feld, das sich dafür aktu­ell beson­ders gut eig­nen würde, ist die Bud­get­po­li­tik. Dies­be­züg­lich gibt es das prak­ti­sche Bei­spiel aus Porto Ale­gre, wo die Bevöl­ke­rung über viele Jahre hin­weg effek­tiv Ent­schei­dungs­kom­pe­tenz im Hin­blick auf staat­li­che Aus­ga­ben bekam. For­de­run­gen an den Lokal­staat – etwa nach Stra­ßen oder Kin­der­gär­ten – wur­den von den betref­fen­den Grup­pen öffent­lich in Sit­zun­gen ein­ge­bracht und in wei­te­rer Folge auch öffent­lich beschlos­sen oder abge­lehnt. Der Staat wurde also ansatz­weise „ver­öf­fent­licht“ (näher dazu: Leu­bolt 2006) und gleich­zei­tig fun­gierte das Par­ti­zi­pa­tive Bud­get auch für teil­neh­mende Bür­ge­rIn­nen als „Schule der Demo­kra­tie“ wie fol­gende Aus­sage einer Teil­neh­me­rin zeigt:

Sogar ich habe nur an meine Straße gedacht, als ich zum Par­ti­zi­pa­ti­ven Bud­get gekom­men bin. Aber ich habe andere Per­so­nen und Gemein­schaf­ten getrof­fen und habe viel grö­ßere Pro­bleme ken­nen gelernt. Was ich als Rie­sen­pro­blem gese­hen habe, war nichts im Ver­gleich zur Situa­tion ande­rer Per­so­nen. Keine Woh­nung zu haben, unter einem Tuch zu schla­fen oder die Frage der Abwäs­ser unter freiem Him­mel, wo Kin­der spie­len und lau­fen. Ich ver­gaß meine Straße, sodass sie sogar bis heute nicht asphal­tiert ist.“ (Roselaine; in: Leu­bolt 2006, S.74f.)

Dass ärmere Teil­neh­me­rIn­nen – ins­be­son­dere Frauen – über­durch­schnitt­lich stark ver­tre­ten waren, lag auch stark daran, dass Par­ti­zi­pa­tion nicht bloß kleine Pro­jekte, son­dern das gesamte Bud­get betraf. Die auf­ge­wen­dete Zeit zahlte sich für die teil­neh­men­den Men­schen aus, da sie Ent­schei­dun­gen tref­fen konn­ten, die von beson­de­rer Rele­vanz waren. Lob­by­ing war in Porto Ale­gre nicht mehr pri­va­ti­siert – weg­wei­sende Ent­schei­dun­gen nicht bloß zwi­schen Poli­ti­ke­rIn­nen und „wich­ti­gen Men­schen“ in Vier-​​Augen-​​Gesprächen gefällt. Viel­mehr fand öffent­li­ches Lob­by­ing um staat­li­che Geld­ver­gabe statt und einige Teil­neh­me­rIn­nen ent­wi­ckel­ten wie Roselaine einen neuen sozia­len Geist: Im Aufeinander-​​prallen von per­sön­li­chen Bedürf­nis­sen konnte zumin­dest teil­weise das „ich“ zum „wir“ und somit eine „Schule der Demo­kra­tie“ eta­bliert werden.


Demo­kra­ti­sie­rung der Arbeitswelt


Die betrieb­li­che Rea­li­tät stellt für die meis­ten einen wenig dis­ku­tier­ten unde­mo­kra­ti­schen Raum dar. Mit dem Ein­tritt an den Arbeits­platz wird gleich­zei­tig die Mög­lich­keit zur Mit­be­stim­mung an Vor­ge­setzte abge­ge­ben. Außer­halb Latein­ame­ri­kas wurde die­ser Umstand in den letz­ten Jah­ren wenig dis­ku­tiert. Dabei kamen wich­tige Impulse für die Debatte vom öster-​​reichischen Sozi­al­de­mo­kra­ten Otto Bauer, der in sei­nem Werk „Der Weg zum Sozia­lis­mus“ schon 1919 ausführte:

Wenn die Regie­rung alle mög­li­chen Betriebe beherrschte, dann würde sie dem Volk und er Volks­ver­tre­tung gegen­über allzu mäch­tig; sol­che Stei­ge­rung der Macht der Regie­rung wäre der Demo­kra­tie gefähr­lich. Und zugleich würde die Regie­rung die ver­ge­sell­schaf­tete Indus­trie schlecht ver­wal­ten; nie­mand ver­wal­tet Indus­trie­be­triebe schlech­ter als der Staat. Des­halb haben wir Sozi­al­de­mo­kra­ten nie die Ver­staat­li­chung, immer nur die Ver­ge­sell­schaf­tung der Indus­trie gefor­dert.“ (Bauer 1976 [1919],S.96; Herv.B.L.)

Relikte des Ansat­zes der Sozia­li­sie­rung fin­den sich heute noch in den Bestim­mun­gen zu Be-​​triebsräten in der öster­rei­chi­schen Ver­fas­sung: Die nicht ganz zur Gel­tung kom­mende Idee dahin­ter war, dass Betriebe mit zuneh­men­der Größe ver­ge­sell­schaf­tet wer­den soll­ten – der Betriebs­rat sollte dabei als demo­kra­ti­sches Organ des Manage­ments die­nen, als Basis für die kol­lek­tive Selbst­ver­wal­tung der Arbei­te­rIn­nen. Das wei­tere demo­kra­ti­sche Kon­zept sah vor, über Betriebs­räte, KonsumentInnen-​​Räte und staat­li­chen Ver­tre­te­rIn­nen die unter-​​nehmerischen Ent­schei­dun­gen zu tref­fen und somit eine Art „basis­de­mo­kra­ti­sche Sozi­al­part­ne­rIn­nen­schaft“ mit ein­ge­schränk­tem Mit­spra­che­recht der Kapi­ta­lis­tIn­nen zu schaffen.


In Zei­ten der Welt­wirt­schafts­krise würde sich somit eine Per­spek­tive für staat­lich „zu ret­tende Betriebe“ wie z.B. die Aus­trian Air­lines auf­tun: Der staat­li­chen Sub­ven­tio­nie­rung gro­ßer Kon­zerne wie Luft­hansa oder Magna könnte die For­de­rung nach Errich­tung eines öffent­li­chen Betrie­bes mit demo­kra­ti­schen Bestim­mungs­rech­ten für Beleg­schaft und Gesell­schaft ent­ge­gen­ge­stellt werden.

Kon­kret wird die Per­spek­tive der Demo­kra­ti­sie­rung der Arbeits­welt beson­ders inner­halb der Bewe­gung soli­da­ri­scher Ökono­mie wie­der dis­ku­tiert (vgl. z.B. www.solidarische-oekonomie.at; Altvater/​Sekler 2006). Dabei geht es meis­tens noch um Bewe­gun­gen, die in ers­ter Linie jen­seits oder gegen den Staat agie­ren und dabei ver­su­chen auf loka­ler Ebene Kon­zepte zur Demo­kra­ti­sie­rung der Arbeits­welt zu ver­wirk­li­chen. Der Bezug auf einen zu ver­öf­fent­li­chen­den Staat könnte hier in zwei­er­lei Hin­sicht Impulse geben: Einer­seits kann mit Hilfe staat­li­cher Gel­der das Beste­hen im Kon­kur­renz­kampf erleich­tert wer­den, um Pro­ble­men wie mög­li­cher „Selbst­aus­beu­tung“ begeg­nen zu kön­nen; ande­rer­seits könn­ten solidar-​​ökonomisch geführte Betriebe auch als „Schu­len der Demo­kra­tie“ wir­ken, die Impulse zur Ver­öf­fent­li­chung und Ver­ge­sell­schaf­tung von Staat und Wirt­schaft geben.


Fazit: Demo­kra­ti­sie­rung von Wirt­schaft und Gesellschaft


Die hier ver­tre­tene Per­spek­tive der Demo­kra­ti­sie­rung setzt an der All­tags­welt an. Das schließt natür­lich auch die Fami­lie bzw. den Haus­halt als ursprüng­li­chen Hort des Pri­va­ten mit ein. Im Hin­blick auf Geschlech­ter­ge­rech­tig­keit und inner­fa­mi­lä­rer Demo­kra­tie sind dabei viele Pro­zesse invol­viert, die hier nicht geson­dert behan­delt wur­den. Die zen­tra­len Bezüge die­ses Bei­trags waren im Hin­blick auf das Auf­kom­men einer post-​​demokratischen Gesell­schaft alter­na­tive Zugänge in Form der Demo­kra­ti­sie­rung von Wirt­schaft und Gesell­schaft vor­zu­stel­len. Das impli­ziert auch, nicht jeg­li­che Ver­staat­li­chung bzw. Ein­satz staat­li­cher Mit­tel posi­tiv zu sehen. Viel­mehr gilt es, bestän­dig demo­kra­ti­sche Mei­nungs­bil­dung ein­zu­for­dern und somit Staat und Öffent­lich­keit begriff­lich von­ein­an­der zu unter­schei­den. Dabei kann ein wahr­haft öffent­li­cher Sek­tor als kon­krete Uto­pie die­nen. Das schließt auch die Sozia­li­sie­rung bzw. Demo­kra­ti­sie­rung von Unter­neh­men mit ein, was als Alter­na­tive zu staat­lich sub­ven­tio­nier­ten Pri­va­ti­sie­run­gen oder der rei­nen staat­li­chen Sub­ven­tio­nie­rung pri­va­ter Unter­neh­men gese­hen wer­den kann.


Gleich­zei­tig ist auch zu beto­nen, dass der erste Schritt zur Demo­kra­ti­sie­rung die öffent­li­che The­ma­ti­sie­rung – d.h. die Poli­ti­sie­rung – gesell­schaft­li­cher Pro­bleme ste­hen muss. Diese Poli­ti­sie­rung beginnt im All­tag, im eige­nen Haus­halt, am eige­nen Arbeits­platz, geht aber gleich­zei­tig auch in die Makro-​​Ebene poli­ti­schen Han­delns. Die Zusam­men­set­zung von „Exper­ten­gre­mien“ für poli­ti­sche Refor­men ist dem­nach im Hin­blick auf die ver­tre­te­nen und aus­ge­schlos­se­nen Inter­es­sen genauso zu hin­ter­fra­gen wie Ent­schei­dungs­struk­tu­ren auf natio­na­ler, euro­päi­scher und inter­na­tio­na­ler Ebene.


Im Hin­blick auf poli­ti­sche Ent­schei­dun­gen im Zuge der Kri­sen­be­wäl­ti­gung ist die Bud­get­po­li­tik von beson­de­rem Inter­esse: Wer bezahlt für die Krise? Wem wird gehol­fen? Wer lei­det beson­ders unter den Aus­wir­kun­gen? „Ban­ken­ret­tungs­pa­kete“, staat­li­che Gel­der an die männ­lich domi­nierte Auto­mo­bil­in­dus­trie, Pri­va­ti­sie­rung und gleich­zei­tige Sub­ven­tio­nie­rung gro­ßer Flug­li­nien spre­chen dies­be­züg­lich eine deut­li­che Spra­che. Um zu die­sen Prak­ti­ken Alter­na­ti­ven for­mu­lie­ren zu kön­nen, lohnt sich ein Blick auf aktu­elle Ent­wick­lun­gen in Latein­ame­rika ebenso sehr wie ein Blick in die jün­gere Geschichte Euro­pas. In der Ver­ar­bei­tung die­ser Erfah­run­gen ist jedoch ebenso wich­tig, aus den damals auf­ge­tre­te­nen Pro­ble­men und Wider­sprü­chen zu ler­nen, um neue – bes­sere – Alter­na­ti­ven rea­lis­tisch for­mu­lie­ren zu kön­nen. Es bleibt die Hoff­nung, dass die­ser Weg von pro­gres­si­ven Kräf­ten und nicht von deren neo­li­be­ra­len oder neo-​​faschistischen Wider­parts erfolg­reich beschrit­ten wird.


Lite­ra­tur

Alt­va­ter, Elmar/​Sekler, Nicola (Hg., 2006): Soli­da­ri­sche Ökono­mie. Rea­der des Wis­sen­schaft­li­chen Bei­rats von Attac. Ham­burg: VSA.
Bauer, Otto (1976): Der Weg zum Sozia­lis­mus. Werk­aus­gabe. Wien: Euro­pa­ver­lag. Erst­aufl. 1919, 89–131.
Crouch, Colin (2008): Post­de­mo­kra­tie. Frank­furt: Suhr­kamp.
Leu­bolt, Bern­hard (2006): Staat als Gemein­we­sen. Das Par­ti­zi­pa­tive Bud­get in Rio Grande do Sul und Porto Ale­gre. Wien: LIT.
Mouffe, Chan­tal (2006): On the Poli­ti­cal. Lon­don: Routledge.


* Der vor­lie­gende Arti­kel basiert auf einem Bei­trag zum Eröff­nungs­po­dium der attac Sommer-​​akademie 2009 in Krems zum The­men­feld „Alter­na­ti­ven rund um die glo­bale Krise, Stra­te­gien zu einem zukünf­ti­gen Wirt­schafts– und Gesell­schafts­sys­tem“ und wird auch in einer Bro­schüre im ÖGB-​​Verlag ver­öf­fent­licht.
** Sti­pen­diat der Heinrich-​​Böll-​​Stiftung im Pro­mo­ti­ons­kol­leg „Glo­bal Social Poli­cies and Gover­nance“ an der Uni­ver­si­tät Kas­sel, wis­sen­schaft­li­cher Pro­jekt­mit­ar­bei­ter an der WU-​​Wien, Redak­ti­ons­mit­glied des „Jour­nal für Ent­wick­lungs­po­li­tik“, Vor­stands­mit­glied des BEIGEWUM.


Kommentieren

Um einen Kommentar zu hinterlassen, müssen Sie angemeldet sein.

Noch keine Kommentare.

Zum Anfang der Seite