Ökonomie – BEIGEWUM

Stichwort: Ökonomie


Der Zweifel an Fakten und die Krise der Volkswirtschaftslehre

Februar. 22nd 2017 — 13:59

Dieser Beitrag zu dem von Till van Treeck und Janina Urban herausgegebenen Buch „Wirtschaft neu denken – Blinde Flecken der Lehrbuchökonomie“ wurde zuerst auf dem Blog Arbeit & Wirtschaft veröffentlicht.

Ob Lohnhöhe, Stellung von Gewerkschaften, Freihandelsabkommen oder die Integration von Geflüchteten – ÖkonomInnen haben auf all diese Fragen Antworten, wie sich Politik und Gesellschaft dazu optimalerweise verhalten könnten. Das Vertrauen in die Wirtschaftswissenschaften ist allerdings spätestens mit der Finanz- und Wirtschaftskrise ab 2008 gründlich erschüttert worden. Denn der Großteil der ÖkonomInnen hatte nicht etwa die tiefste Krise seit der Großen Depression von 1929 vorausgesagt, sondern Jahre der Stabilität und des Wachstums. Die „Krise der Volkswirtschaftslehre (VWL)“ ist damit zum Politikum geworden und fällt aktuell mit der Erosion des Vertrauens in „allgemein anerkannte Wahrheiten“, aber auch faktenbasierte Analysen zusammen. weiterlesen »

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Rezension: „Ökonomie der internationalen Entwicklung“

November. 7th 2012 — 11:47

Einfach wieder ein neuer Klotz in der langen Reihe der immer gleichen Ökonomie-Lehrbücher? Nicht wirklich: Der Band „Ökonomie der internationalen Entwicklung“  bildet eine Ausnahme in seinem Genre. Und das liegt nicht nur an dem programmatischen Untertitel „Eine kritische Einführung in die Volkswirtschaftslehre“.  Die AutorInnen Johannes Jäger und Elisabeth Springler haben nämlich nicht einfach einen Gegenentwurf zu Mainstream-VWL-Lehrbüchern vorgelegt, denen sie die Vorstellung eines heterodoxen Theoriegebäudes entgegensetzen. Es handelt sich vielmehr um die didaktische Meisterleistung, einen Vergleich verschiedener theoretischer Schulen zu bieten und mit Anwendungsbeispielen zu verknüpfen. Anhand von fünf Themenbereichen (Staat und Wirtschaft, Wachstum,  Verteilung, Geld, Geografie) werden jeweils Einführungen in die Konzeptionen von Neoklassik, Keynesianismus und Politischer Ökonomie (worunter hier Varianten des Marxismus und der Regulationstheorie verstanden werden) geboten. Zu jedem Kapitel gibt es darüber hinaus Vertiefungsabschnitte, wo externe AutorInnen Spezialthemen und die Sicht der drei Theorien darauf beleuchten (von Gender über Ressourcenpolitik bis zu Arbeitsrechten). Mit diesen Spezialthemen gelingt ein Sprung von der abstrakten Welt der Theorie in aktuelle Fragen und Debatten.

Das im Titel zum Ausdruck gebrachte und in der Einleitung betonte Anliegen, Wirtschaft in ihrer internationalen Dimension in den Mittelpunkt zu stellen, gelingt zwar nicht durchwegs – was wohl nicht zuletzt daran liegt, dass nun mal die vorgestellten Theorien zumeist ihren Ausgangspunkt bei volkswirtschaftlichen Überlegungen haben, auf denen Erweiterungen um die internationale Dimension dann aufbauen, was bei beschränktem Platz nicht immer auszuführen möglich ist. Auch die Verständnishürden sind kapitelweise unterschiedlich hoch. Doch in Summe und vor allem aufgrund seiner liebevoll aufbereiteten Struktur bietet der Band eine der empfehlenswertesten Einstiege in ökonomische Theoriebildung, die im deutschen Sprachraum zu haben sind.


SPRINGLER, Elisabeth / JÄGER, Johannes
Ökonomie der internationalen Entwicklung
Mandelbaum Verlag, 380 Seiten, 19.80 €
ISBN: 978385476-386-4

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Lesetip: Rothschilds „Visionen großer Ökonomen“

April. 17th 2012 — 11:53

Soeben ist die 2.Auflage von Kurt W. Rothschild „Die politischen Visionen großer Ökonomen“ erschienen. Das Buch ist eine erstklassige Einführung in die Geschichte der Nationalökonomie. Die 1.Auflage (2004) ist seit Jahren vergriffen. Erhältlich ist das Produkt in jeder gut sortierten Buchhandlung, beim Verlag sowie für StudentInnen zum Subskriptionspreis am Sekretariat des Institut für Geld- und Finanzpolitik an der WU.

Eine Rezension der 1.Auflage findet sich hier.

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