Der „falsche Sex“ und die „richtige Armut“ – Studienergebnisse aus den USA

Karin Schoenpflug am 28. Juli 2009 um 11:45h

Was die im Schlaf­zim­mer machen (und ja kei­nen was angeht)…“ hat auch ökono­mi­sche Fol­gen, die in Öster­reich kaum abseits der gegen­wär­ti­gen Debatte pro und con­tra Stan­des­amt dis­ku­tiert wer­den. Wenig bis gar nichts ist gegen­wär­tig über die sozio­öko­no­mi­sche Situa­tion von Les­ben, Schwu­len und Trans­Gen­der­per­so­nen in Öster­reich geforscht worden.


In den USA berich­ten die femi­nis­ti­schen Ökono­min­nen Randy Albelda und Lee Bad­gett in einer rela­tiv neuen Stu­die, dass Les­ben und Schwule z.B. ein höhe­res oder zumin­dest gleich hohes Armuts­ri­siko wie Hete­ro­se­xu­elle haben.

Mit die­ser Stu­die wer­ten Bad­gett und Albelda erst­mals die Haus­halts­da­ten der US-​​Amerikanischen Volks­zäh­lung zu die­ser Fra­ge­stel­lung aus, da es 2005 zum zwei­ten Mal mög­lich war, sich als les­bisch oder schwul regis­trie­ren zu lassen.


Als über­ra­schend bewer­ten sie, dass der Mythos der „rei­chen Schwu­len“ nicht zu stim­men scheint, wobei sich aus Euro­päi­scher Per­spek­tive die Frage stellt, ob dies­seits des gro­ßen Was­sers die­ser Mythos der mas­si­gen Pink Dol­lars der schwu­len DINKs (dou­ble income no kids) je in die­sem Aus­maß ver­brei­tet war. Rea­li­tät ist Dis­kri­mi­nie­rung auf dem Arbeits­markt und das Feh­len finan­zi­el­ler Rechte, die Hetero-​​Familien vor­be­hal­ten sind, was sowohl in den USA als auch sonstwo zu einem grö­ße­ren Armuts­ri­siko füh­ren kann. Auch wenig über­ra­schend ist der Schluss, dass les­bi­sche Ame­ri­ka­ne­rin­nen schlech­ter dran sind als Schwule und Schwarze Ame­ri­ka­ne­rIn­nen schlech­ter dran sind als Weisse.


Der kom­plette Arti­kel von Bad­gett und Albelda fin­det sich auf der aus­führ­li­chen Web­site des Wil­liams Insti­tute, wo auch Zah­len und Daten zu Kos­ten und Nut­zen der Homo­ehe, Fol­gen einer hete­ro­se­xis­ti­schen Steu­er­po­li­tik und demo­gra­phi­sche Details über Les­ben und Schwule in den US nach­zu­le­sen sind:


http://www.law.ucla.edu/WilliamsInstitute/


In Öster­reich läuft gegen­wär­tig eine Befra­gung der WU Wien im Auf­trag der Queer Busi­ness Women über Les­ben im Berufsleben, an der frau sich auf fol­gen­der Web­site betei­li­gen kann: http://www.wu.ac.at/gender/aktuelles

2 Kommentare:

  1. beat am 3.August 2009 um 17:12h

    Ah, ver­spricht ein inter­es­san­tes Update zu den Ansät­zen im Femi­nis­ti­sche Ökonomie-​​Kurswechsel: http://www.beigewum.at/kurswechsel/jahresprogramm-2002/heft-12002/

  2. pf am 5.August 2009 um 14:30h

    Der Arti­kel is wirk­lich sehr inter­es­sant. Zudem glaube ich, dass die Aus­sa­gen noch ver­stärkt wer­den könn­ten bzw. sich die Situa­tion noch dras­ti­scher dar­stellt wenn mensch sich neben income poverty auch asset poverty anse­hen würde. Ins­be­son­dere da Same-​​Sex Cou­ples mög­li­cher­weise gerade beim Erben benach­tei­ligt wer­den. Zudem wäre es inter­es­sant sich auch die andere Seite der Ver­tei­lung anzu­se­hen, da es auch sein könnte, dass auch die mög­li­che unter­re­prä­sen­tie­rung von Same-​​Sex Cou­ples unter den ganz Rei­chen und daher auch ganz Ein­fluss­Rei­chen zur Ver­hin­de­rung von pro­gres­si­ver Poli­tik in die­sem Zusam­men­hang führt. Wie und mit wel­chen Daten mensch das anstel­len könnte, dar­über mache ich mir gerade mit einer Kol­le­gin Gedan­ken. Falls jemand was dazu ein­fällt wären Kom­men­tare und Mei­nun­gen sehr will­kom­men. Und ja, noch ein Zusatz: Zwei der Auto­rIn­nen des Arti­kels wur­den ver­ges­sen:
    Gary Gates und Alyssa Schnee­baum. Meis­tens ist es ja doch so, dass die weni­ger bekann­ten nicht unbe­dingt weni­ger Arbeit leisten….selbst in der LGBTQ-​​Community.


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